Meiner Meinung nach verbirgt sich genau hier eines der größten Paradoxe des modernen Wohnungsbaus.
Wir sind bereit, wochenlang über die Farbe einer Küche oder über Oberflächen und Materialien nachzudenken. Wir können stundenlang über Möbel, Beleuchtung oder Dekoration sprechen. Doch die Eigenschaften, die unser Wohlbefinden über viele Jahre hinweg jeden einzelnen Tag beeinflussen werden, bleiben häufig unbeachtet.
Vielleicht werden gute Wohnprojekte heute gerade deshalb immer häufiger um Fragen herum geplant, die noch vor wenigen Jahren als nebensächlich galten.
Gibt es ausreichend frische Luft im Gebäude?
Wie ist die Lüftung konzipiert?
Wie angenehm wird sich die Wohnung im Sommer und im Winter anfühlen?
Wie verändert sich die Luftqualität in der Nacht, wenn die Fenster geschlossen bleiben?
Diese Fragen beeindrucken die meisten Menschen bei einer Wohnungsbesichtigung nur selten. Und doch sind es genau diese Faktoren, die maßgeblich darüber entscheiden, wie sich ein Mensch noch Jahre nach dem Einzug in seinem Zuhause fühlen wird.
Als wir das Konzept von Zen Gardens entwickelt haben, beschäftigten uns nicht nur architektonische Lösungen oder das äußere Erscheinungsbild der Wohnanlage. Unser Ziel war es, eine Umgebung zu schaffen, in der Menschen sich jeden einzelnen Tag wohlfühlen – und nicht nur am Tag des Wohnungskaufs.
Deshalb verfügt das Projekt über eine kontrollierte Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung sowie der Möglichkeit, Antiallergenfilter einzusetzen. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, die Bewohner mit moderner Technik zu beeindrucken. Ihre Aufgabe ist wesentlich einfacher: Sie sorgt dauerhaft für frische Luft, ohne dass ständig Fenster geöffnet werden müssen oder ein angenehmes Raumklima verloren geht.
Vielleicht genau so sollte gute Ingenieurskunst funktionieren.
Fast unbemerkt.
Denn die besten technischen Lösungen im Wohnungsbau sind nur selten diejenigen, die sofort ins Auge fallen.
Sehr oft sind es genau die Lösungen, deren Wert man erst dann erkennt, wenn sie fehlen.