Wenn wir ein ruhiges Wochenende verbringen möchten, fahren wir fast immer als Familie
dorthin. Manchmal, wenn ein besonders arbeitsreicher Tag bevorsteht, fahre ich sogar früher los,
um vor der Arbeit noch schwimmen zu gehen.
Ich liebe das außergewöhnlich klare Wasser, den Pinienwald, der fast bis an die Küste reicht, und
die Ruhe, die dort selbst in der Hochsaison erhalten bleibt. Die Fahrt dauert ungefähr zwanzig
Minuten. Trotzdem hatte ich in all den Jahren nie das Gefühl, dass dieser Strand zu weit entfernt
wäre.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass viele Menschen in meinem Bekanntenkreis ganz ähnlich
handeln. Fast jeder hat seinen persönlichen Lieblingsstrand, und erstaunlich oft ist das nicht der
nächstgelegene Stadtstrand. Eigentlich ist das kaum verwunderlich. Die Riviera von Bar
erstreckt sich über mehr als vierzig Kilometer, und im Gemeindegebiet gibt es rund zwanzig
verschiedene Strände. Bei einer so großen Auswahl sucht man irgendwann nicht mehr den
nächstgelegenen, sondern den Ort, an den man immer wieder gerne zurückkehrt.
Es gibt noch etwas, worüber die meisten Menschen während ihres Urlaubs kaum nachdenken.
Die beliebten Stadtstrände haben im Sommer ihren ganz eigenen Rhythmus. Schon am Morgen
setzt der Verkehr ein, tagsüber wird die Parkplatzsuche schwierig, und am Abend füllen sich
Restaurants, Cafés und Bars. An manchen Küstenabschnitten läuft die Musik bis tief in die
Nacht. Für Urlauber gehört das zur typischen Ferienstimmung. Wer jedoch dauerhaft hier lebt,
empfindet diese Atmosphäre mit der Zeit oft ganz anders.