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Warum die Nähe zum Meer für mich nicht
mehr das wichtigste Kriterium ist

Autor: Oleg Razumnov
Gründer und Baudirektor von Zen Gardens
Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit der Planung und dem Bau von Wohnimmobilien.
Er lebt in Montenegro und untersucht, wie Architektur, technische Lösungen und die Umgebung die Lebensqualität, die Gesundheit und die Langlebigkeit des Menschen beeinflussen.
29.06.2026
·
7 minuten Lesung
Fast jeder, der schon einmal darüber nachgedacht hat, eine Wohnung am Meer zu kaufen,
beginnt mit derselben Frage.

Wie weit ist es bis zum Strand?

Hundert Meter. Zweihundert. Fünfhundert.
Oft scheint genau diese Zahl darüber zu entscheiden, wie gut das Leben dort später sein wird.
Nachdem ich nach Montenegro gezogen war, fiel mir etwas auf, das mich wirklich überrascht
hat. Menschen, die nur für den Urlaub hierherkommen, wählen ihre Strände oft ganz anders als
diejenigen, die das ganze Jahr über hier leben.
Dafür gibt es einen einfachen Grund.
Wer nur eine oder zwei Wochen Urlaub macht, möchte möglichst schnell ans Meer gelangen.
Man verlässt das Hotel und steht wenige Minuten später am Wasser. Wer jedoch dauerhaft hier
lebt, erlebt das Meer anders. Der Strand gehört nicht mehr zum Urlaub, sondern wird zu einem
ganz normalen Bestandteil des Alltags.
Genau deshalb nehmen viele Einheimische gerne weitere fünfzehn oder zwanzig Minuten
Fahrzeit in Kauf, um an einen anderen Strand zu gelangen. Nicht, weil der Stadtstrand schlecht
wäre. Sondern weil man bei einer so großen Auswahl mit der Zeit beginnt, den Ort zu suchen, an
dem man sich persönlich am wohlsten fühlt.
Fast jeder entwickelt irgendwann seinen Lieblingsstrand. Manche fahren lieber nach Utjeha,
andere nach Veliki Pijesak, wieder andere

Für mich ist dieser Ort seit vielen Jahren Drobni Pijesak.

Wenn wir ein ruhiges Wochenende verbringen möchten, fahren wir fast immer als Familie
dorthin. Manchmal, wenn ein besonders arbeitsreicher Tag bevorsteht, fahre ich sogar früher los,
um vor der Arbeit noch schwimmen zu gehen.
Ich liebe das außergewöhnlich klare Wasser, den Pinienwald, der fast bis an die Küste reicht, und
die Ruhe, die dort selbst in der Hochsaison erhalten bleibt. Die Fahrt dauert ungefähr zwanzig
Minuten. Trotzdem hatte ich in all den Jahren nie das Gefühl, dass dieser Strand zu weit entfernt
wäre.

Mit der Zeit wurde mir klar, dass viele Menschen in meinem Bekanntenkreis ganz ähnlich
handeln. Fast jeder hat seinen persönlichen Lieblingsstrand, und erstaunlich oft ist das nicht der
nächstgelegene Stadtstrand. Eigentlich ist das kaum verwunderlich. Die Riviera von Bar
erstreckt sich über mehr als vierzig Kilometer, und im Gemeindegebiet gibt es rund zwanzig
verschiedene Strände. Bei einer so großen Auswahl sucht man irgendwann nicht mehr den
nächstgelegenen, sondern den Ort, an den man immer wieder gerne zurückkehrt.
Es gibt noch etwas, worüber die meisten Menschen während ihres Urlaubs kaum nachdenken.
Die beliebten Stadtstrände haben im Sommer ihren ganz eigenen Rhythmus. Schon am Morgen
setzt der Verkehr ein, tagsüber wird die Parkplatzsuche schwierig, und am Abend füllen sich
Restaurants, Cafés und Bars. An manchen Küstenabschnitten läuft die Musik bis tief in die
Nacht. Für Urlauber gehört das zur typischen Ferienstimmung. Wer jedoch dauerhaft hier lebt,
empfindet diese Atmosphäre mit der Zeit oft ganz anders.

Irgendwann stellte ich mir deshalb eine einfache Frage.

Wenn so viele Menschen, die das ganze Jahr am Meer leben, trotzdem lieber an andere Strände
fahren, warum beurteilen wir eine Wohnung dann so häufig nur nach der Entfernung zum
nächsten Strand?
Vielleicht, weil wir unbewusst weiterhin wie Urlauber denken.
Im Urlaub möchte man möglichst schnell ans Wasser gelangen. Im Alltag verschieben sich
jedoch die Prioritäten. Am Strand verbringen wir nur wenige Stunden. Zu Hause verbringen wir
den größten Teil unseres Lebens. Deshalb achtet man irgendwann auf ganz andere Dinge: Kann
man nachts das Fenster öffnen und trotzdem Ruhe genießen? Gibt es genügend Grün in der
Umgebung? Ist die Luft angenehm? Geht man abends gerne noch spazieren? Und freut man sich
darauf, nach einem langen Tag nach Hause zurückzukehren?
Vielleicht verändert sich genau deshalb mit der Zeit auch die wichtigste Frage beim Kauf einer
Wohnung am Meer.
Nicht „Wie viele Meter sind es bis zum nächsten Strand?“
Sondern „Wie angenehm wird mein Leben an all den Tagen sein, an denen ich gar nicht am
Strand bin?“
Und erstaunlicherweise ist die Antwort auf diese Frage oft wichtiger als die Entfernung zum
Meer.
Warum wir morgens oft schon erschöpft aufwachen
Manchmal ziehen wir vor dem Falschen davon

Warum Zen Gardens entstanden ist

Als wir begannen, am Konzept von Zen Gardens zu arbeiten, sprachen wir viel über Grundrisse, Technik und Infrastruktur. Doch irgendwann wurde das Gespräch ein ganz anderes. Wir begannen, uns die Frage zu stellen: „Wie sollte ein Haus aussehen, in dem ein Mensch nicht nur eine Urlaubswoche, sondern die nächsten zwanzig Jahre gut leben kann?“
Genau diese Frage hat am Ende die meisten Entscheidungen im Projekt bestimmt. Von der Luftqualität und Schalldämmung bis hin zu Gemeinschaftsflächen, Garten, Sport- und Erholungsbereichen.
Wir sind überzeugt, dass ein gutes Haus nicht das Haus ist, das am Tag des Kaufs Eindruck macht. Ein gutes Haus ist das Haus, das auch nach Jahren weiterhin für Sie sorgt. Denn nach einigen Jahren hören die meisten Menschen auf, die Entfernung zum Meer bewusst wahrzunehmen. Aber sie nehmen weiterhin jeden Tag ihre Lebensqualität, ihr Gesundheitsniveau und ihre Energie wahr.
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